Der perfekte Katzenbalkon

18854
0

Katzenbalkon

Die Tage werden wieder heller und wärmer. Es fliegen Insekten und Vögel vor den Fenstern und schon treibt es nicht nur uns mehr und mehr ins Freie. Unsere Minitiger halten ebenso gern die Nase in den Sonnenschein und lassen sich das Fell wärmen. Gerade in Stadtwohnungen schätzen sich Mensch und Tier glücklich, wenn sie einen Balkon nutzen können. Doch damit unsere Katzen diesen nicht nur genießen können, sondern dabei keinen Gefahren ausgesetzt sind, schauen wir uns in diesem Beitrag an, wie der Katzenbalkon in wenigen Schritten sicher und katzengerecht wird.

Safety First – bitte nur abgesichert auf den Balkon

Katzen haben die beneidenswerte Fähigkeit, aus bestimmten Höhen sicher auf ihren Pfoten zu landen – egal, wie sie den Sprung (oder Sturz) angetreten sind. Anatomie und Balance sorgen dafür, dass sie sich in Windeseile so drehen können, dass sie sicher auf dem Boden aufkommen – allerdings nicht aus zu geringer Höhe, wenn die Zeit zum Drehen nicht ausreicht. Und auch eine zu große Höhe birgt Risiken, da der Katzenkörper trotz beeindruckender Federkraft nicht beliebig belastbar ist. So können Kiefer- bzw. Knochenbrüche oder andere, teilweise lebensbedrohliche Verletzungen entstehen. In jedem Fall ist ein Sprung oder Sturz vom Balkon für Wohnungskatzen mit weiteren Risiken beim „plötzlichen Freigang“ verbunden und sollte daher unbedingt vermieden werden. Selbst wenn du deine Katze auf dem Balkon begleitest und im Auge hast, ist sie im entscheidenden Moment doch meist schneller als du. Kommt ein besonders spannender Vogel oder Falter in ihre Reichweite, wird selbst deine jahrelang erprobte Balkonmieze zum Kamikaze-Jäger und vergisst jegliche Gefahren, die mit dem Balancieren auf dem Geländer verbunden sind.

Im Tierfachhandel gibt es verschiedene Sicherungsmöglichkeiten über drahtverstärkte, wetterbeständige Schutznetze oder Gitterlösungen, die überwiegend mit etwas handwerklichem Geschick selbst montiert werden können. Vereinzelt haben sich Handwerksfirmen auf den Gehegebau spezialisiert oder diesen in ihren Leistungsumfang aufgenommen. Sie bieten zum Teil sogar Lösungen, bei denen die Sicherung ohne Bohren an der Fassade erfolgt, was insbesondere in Miets- und Eigentumswohnungen relevant ist. Es lohnt sich in jedem Fall, dass du dich von einem Fachmann beraten lässt, der dir zudem Sicherheitshinweise beim Anbringen des Schutzes an die Hand geben bzw. diese bei der Montage berücksichtigen kann. Ist ein Netz nicht fachgerecht am Katzenbalkon montiert, können sich die Katzenpfoten darin verfangen und zu ebenso dramatischen Verletzungen führen wie ein Sturz aus großer Höhe.

Pflanzen – bunte Vielfalt verschönert den Katzenbalkon

Ein sorgfältiges Augenmerk solltest du schließlich auf die Bepflanzung auf deinem Katzenbalkon legen. Viele Pflanzen laden deine Katze ein, daran zu knabbern – aber nicht alles bekommt ihrem Bäuchlein gut. Osterglocken, Hyazinthe und Krokus sind beispielsweise wunderschön und gleichermaßen giftig für Katzen. Lavendel, Hornveilchen, Geranien und verschiedene Getreideaussaaten wiederum verschönern nicht nur deinen Balkon, sondern sind auch für deine Katze ungefährlich. Buschige Pflanzen bieten zudem eine tolle Versteckmöglichkeit, hinter der sich dein Minitiger zum Belauern von Faltern und weiteren Insekten in Deckung bringen kann.

Nach dem Düngen sollte deine Katze für mindestens vier bis sechs Wochen keinen Zugang zu den jeweiligen Pflanzen haben, da sie in dieser Zeit eventuell noch gefährliche Giftstoffe aus dem Düngemittel beinhalten, welche die Katze über Blätter oder beim Putzen der Pfoten über die Erde aufnehmen könnte. Gleiches gilt für gedüngtes Gießwasser, denn an dem abgestandenen Wasser bedienen sich viele Katzen gern. Als attraktive Trinkalternative kannst du Regenwasserschalen oder einen Solarbrunnen anbieten. Kombiniert mit einem Schattenplatz verwandelt sich dein Katzenbalkon für euch beide schnell zum Erholungsparadies.

Versteck- und Aussichtsplätze bereichern die Frischluftoase

Insgesamt wertest du den Balkon durch mehrere Versteck- und Aussichtsplätze auf, mit denen du deiner Katze je nach Tageszeit verschiedene Sonnen- und Schattenplätze anbieten kannst. Nicht nur tolle Outdoor-Möbel, aber auch eine Decke über dem Stuhl oder ein umgedrehter Karton mit ausgeschnittenem Eingang bieten tolle Rückzugsmöglichkeiten. Ideal ist eine Mischung aus stationären und variablen Elementen, mit denen du immer wieder neu den kleinen Entdecker in deiner Katze wecken kannst. Bietest du einen Aussichtsplatz an, wird dieser noch attraktiver, wenn er etwas geschützt steht, sodass deine Katze unbeobachtet ihre Umwelt inspizieren kann. „Sehen, aber nicht gesehen werden“ ist das Motto für sie auf dem Wohlfühlbalkon.

Spielwiese & Katzenkino gegen Langeweile

Durch eine üppige Bepflanzung des Balkons werden im Frühling und Sommer Insekten für spannendes Entertainment sorgen. Aufgeschnittene Zitronen mit getrockneten Nelken gespickt sollen zumindest Wespen & Co geringfügig fernhalten. Behalte den Jäger trotzdem im Auge, denn leider unterscheiden Katzen beim Pfoteln nicht zwischen ungefährlichen Käfern und stechenden Wespen. Einen harmlosen Spaß wiederum bietet ein Vogelhäuschen, das außerhalb der Reichweite deines Jägers ganzjährig eine tolle Abwechslung bietet und als „Katzenkino“ bekannt ist.

Für das gemeinsame Spiel mit dir und zum abkühlenden Chillen richte eine kleine Rasenfläche ein, die du idealerweise selbst pflanzt. Beziehst du dafür ein Stück Rollrasen, achte unbedingt darauf, dass dieser meist stark gedüngt ist und damit wiederum zunächst separiert werden sollte bis das Düngemittel vollständig ausgeschwemmt ist. Besonders aktiv kannst du die Rasenfläche in den Morgen- und Abendstunden zum gemeinsamen Spiel einsetzen und mit einem Federwedel oder ähnlichem ein Mäuschen imitieren, das sich unbemerkt durch das Gras zu bewegen versucht. So könnt ihr viele gemeinsame Stunden auf eurem tollen, katzensicheren Balkon verbringen.


Carmen SchellCarmen Schell, Inhaberin von Cattalk®, ist als ausgebildete Tierpsychologin (ATN) mit dem Fachgebiet Katze im Rhein-Main-Gebiet, überwiegend rund um Darmstadt und Frankfurt sowie im Online-Coaching tätig. Sie bietet professionelle Unterstützung bei allen Fragen zu der Haltung und Problemverhalten von Samtpfoten. Neben der persönlichen Beratung gibt sie regelmäßig Vorträge und bundesweite Seminare für interessierte Laien und Profis. Ihr Herz hat die Autorin besonders an Katzen aus dem Tierschutz verloren und engagiert sich ehrenamtlich im regionalen Tierschutz.


Hilf uns, unseren Service weiter zu verbessern. War dieser Artikel hilfreich für dich?

Kommentare, Fragen und Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.