Rücken kraulen

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Für wen ist dieser Trick etwas?

Rücken kraulen – ein Trick mit Pfiff, der die Trickkiste der Profis erweitert. Was ist das Ziel dieses Tricks? Der Hund soll auf ein Signal hin seinem Menschen den Rücken kraulen. Klingt einfach, erfordert aber Geschick und Feingefühl. Schließlich soll der Hund sich bei diesem Trick auf seine Hinterbeine stellen oder eine sitzende Position einnehmen und dann in der aufrechten Haltung den Rücken des Menschen mit seinen Vorderpfoten kraulen.

Wichtig ist nun erst einmal zu überlegen, ob es für den eigenen Hund der ideale Trick ist. Schließlich macht es sich in der Intensität schon bemerkbar, ob ein Labbi krault oder ein kleinerer Hund. Zudem sollte der Hund keinerlei Probleme mit den Gelenken oder andere gesundheitliche Einschränkungen haben.

Ist dein Hund fit und gesund und hat nicht allzu riesigen Pfoten und lange Kralllen, ist dieser Trick eine lustige Übung.

Wie starte ich?

Damit deine Fellnase mit Spaß und Lockerheit ins gemeinsame Training starten kann, bedarf es ein paar Vorbereitungen. So solltest du dir vorab überlegen, wo ihr üben wollt, denn nur in einer ruhigen und ungestörten Atmosphäre lässt es sich gut arbeiten. Des Weiteren braucht ihr einen bequemen Untergrund. Bei diesem Trick wirst du ja auf dem Boden sitzen, dein Hund hinter dir sein, quasi Männchen machen und dabei deinen Rücken kraulen. Ein rutschfester Teppich bietet sich hier zum Beispiel gut an. Dieser würde ebenfalls verhindern, dass die Hinterpfoten deines Hundes wegrutschen.

Das richtige Timing ist bei diesem Trick (und im Hundetraining im Allgemeinen) für den Erfolg sehr wichtig. Ein Clicker oder Markerwort helfen dir dabei, deinen Hund punktgenau zu bestätigen. Belohnst du nur mit Leckerlis, kann es oftmals zu einer zu späten Bestätigung kommen. Dies hat zur Folge, dass dein Hund keine Verknüpfung zwischen der gezeigten Handlung und der Belohnung herstellen kann.

Schritt 1
Bevor es ans richtige Rückenkraulen geht, sollte dein Hund erst einmal auf dem Boden lernen, eine bestimmte Stelle zu kraulen. Dabei kann dir ein größeres Stück Papier, ein Post-It oder Ähnliches helfen. Lege dafür ein Stück Papier auf den Boden. Nun motiviere deinen Hund, auf dieser Stelle mit seinen Vorderpfoten zu kraulen. Du kannst beispielsweise eine Kraulbewegung mit deinen Fingern machen. Jede noch so kleine Bewegung von deinem Hund, die dem Kraulen ähnelt, kann bereits von dir bestätigt werden. Deinen Hund wird es freuen, so dass er motiviert damit weitermacht.

Schritt 2
Im nächsten Schritt bestätigst du deinen Hund erst, wenn er etwas länger an der gleichen Stelle diese Bewegung ausübt. Er soll schließlich lernen, längere Zeit zu kraulen und nicht jede Pfote nur einmal zu benutzen.

Wichtig auch beim Rückenkraulen ist ein Auflösesignal. Dieses soll deinem Hund zeigen, wann die Übung beendet ist. Somit kannst du das Kraulen nach Belieben verlängern.

Schritt 3
Klappt das Kraulen auf dem Boden recht zuverlässig, kannst du ein Signal einführen. Dein Hund hat gelernt, dass es sich für ihn lohnt, wenn das Papier zum Einsatz kommt und er darauf krault. Das Hinlegen des Papiers ist für ihn also der Handlungsauslöser zu kraulen. Nun sagst du erst dein Signal, wie beispielsweise „Kraul“ oder Ähnliches. Dann legst du das Papier hin. Fängt er an auf dem Papier zu kraulen, wird dein Hund kräftig gelobt und bekommt das Leckerchen. Diesen Schritt wiederholst du nun regelmäßig. Dein Hund wird nach einigen Widerholungen die Verknüpfung des Wortsignals hergestellt haben.

Schritt4
Nun kannst du dein Papier an jede Stelle hinlegen und deinen Hund mit dem Signal „Kraul“ motivieren darauf zu kraulen. Starte erst noch auf Bodennähe. In kleinen Schritten soll dein Vierbeiner lernen, nicht nur auf dem Boden dieses Verhalten zu zeigen. Vielmehr soll er mehr und mehr in aufrechter Position und somit auf einen höher gelegenen Papier kraulen.
Jetzt kannst du dich auch auf den Boden setzen mit dem Rücken zu deinem Hund. Halte das Papier auf deinen Rücken und gib deinem Hund das besagte Signal. Wenn er auch dieses Verhalten sicher und zuverlässig zeigt, kannst du das Papier langsam aus der Übung ausschleichen bis du es gar nicht mehr benötigst.

Tipp
• Übe täglich nur wenige Minuten am Stück. Das Trainieren von Tricks kann sehr intensiv sein und deinen Vierbeiner fordern.

• Achte auf den rutschfesten Untergrund. Das gibt deinem Hund mehr Halt, wenn er später die aufrechte Position einnimmt.

• Ziehe dir für diese Übung besser etwas Dickeres an. Ein dünnes Shirt könnte zerreißen und die Krallen deines Hundes könnten schmerzhaft sein.

• Habt ihr fleißig trainiert und wollt diesen Trick ins Freie verlagern, solltet ihr trockenes Wetter abwarten. Zwar wird dein Hund mit nassen Matschpfoten sicherlich kein Problem haben, allerdings könnte er unschöne Spuren an deinem Rücken hinterlassen.


KristinaKristina Ziemer-Falke ist zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein und das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Darüber hinaus verfügt sie über viele Zusatzausbildungen und Schwerpunkte und ist im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für die Hundetrainerzertifizierungen.
Mit ihrem Mann Jörg Ziemer gründete sie das Schulungszentrum Ziemer & Falke, in dem sie seit vielen Jahren mit viel Herz, Leidenschaft und Kompetenz Hundetrainer in ganz Deutschland ausbilden und viele Weiterbildungsangebote anbieten. Viele kennen Kristina außerdem als erfolgreiche Autorin von Fachbüchern für Hundetrainer und Hundehalter sowie aus Artikeln beliebter Hundezeitschriften.


 

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