Siamkatze im Rasseportrait

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Siamkatze

Herkunft und Rassegeschichte

Wo kommt die Siamkatze her?

Die Siamkatze kommt aus Thailand und heißt so, weil das Land früher „Siam“ genannt wurde. Die Katze gibt es schon seit über 500 Jahren, doch der wahre Siamboom ist erst in den 1950er-Jahren ausgebrochen. Allerdings forcierten vor allem die Züchter in den USA damals ein immer extremeres Aussehen, weshalb der Boom wieder zurückging.

Beschreibung

Wie sieht eine Siamkatze aus?

Gut erkennbar ist die Siamkatze an ihren tiefblauen Augen. Doch besonders wichtig ist das Point-Muster: Pfoten, Schwanz und Ohren tragen hier eine andere, deutlich dunklere Farbe als der restliche Körper. Auch im Gesicht ist die Maske klar erkennbar. Außerdem ist die Siamkatze extrem schlank und hat ein spitz zulaufendes „Mardergesicht“, welches eindeutig nicht jedem gefällt.
Siamkatze

Charakter und Wesen

Welche Eigenschaften hat eine Siamkatze?

Die Siamkatze wird oft auch „Hundskatze“ genannt, und das natürlich nicht ohne Grund. Sie hat eine extrem eigenwillige Art und mit ihrem hochsensiblen Charakter eignet sie sich keinesfalls für Anfänger. Die Katzen sind extrem anhänglich und wollen der Boss im Haus sein. Deshalb können sie auch von einem auf den anderen Moment die Stimmung wechseln: Zunächst noch im Kuschelmodus schmollt die Siamkatze plötzlich in der Ecke.
Außerdem ist sie extrem gesprächig und plappert oft den ganzen Tag vor sich hin.
Siamkatzen sind überhaupt nicht scheu und können auf Besucher fast schon aufdringlich wirken. Dabei muss man auch aufpassen, dass die Katze nicht eifersüchtig wird. Weder gegenüber Artgenossen noch Menschen.

Sind Siamkatzen verhaltensauffällig?

Siamkatzen leiden sehr oft unter dem sogenannten Pica-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine Verhaltensstörung, bei welcher die Katze besonders gerne unverdauliche Stoffe, wie zum Beispiel Wolle, frisst. Das kann zu Verstopfungen und generellen Beschwerden des Verdauungstrakts führen.

Haltung

Wie viel Beschäftigung benötigt eine Siamkatze?

Auch wenn man für die Fellpflege bei der Siamkatze nur wenig Zeit einplanen muss, so sieht es bei der Beschäftigung ganz anders aus. Die Siamkatze hat einen ausgeprägten Jagdtrieb, welchen sie ausleben möchte und gemütliches Ballspielen reicht da selbstverständlich nicht aus.
Diese Rassekatzen benötigen stabile Kratzbäume und Klettermöglichkeiten und davon bitte nicht zu wenige. Auch an Spaziergänge an der Leine kann man Siamkatzen gewöhnen, am besten funktioniert das mit Clickertraining. Siamkatzen sind intelligent und können sogar das Apportieren lernen - nicht umsonst tragen sie den Namen „Hundskatze“.
Bei der Haltung sollte man außerdem bedenken, dass die Siamkatze keinesfalls alleine gehalten werden sollte und einen Artgenossen benötigt.

Pflege und Gesundheit

Wie pflegt man die Siamkatze am besten?

Eine Siamkatze ist unkompliziert und gelegentliches Bürsten reicht völlig aus. Bedenken sollte man aber, speziell wenn die Siamkatze in den Freilauf darf, dass sie wenig bis keine Unterwolle hat und deshalb unterkühlen kann. Darauf sollte man in jedem Fall achten.

Welche rassetypischen Krankheiten gibt es bei der Siamkatze?

Aufgrund des Booms in den 1950er-Jahren hatte die Siamkatze mit vielen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Viele Siamesen hatten Knickschwänze und ein schlechtes Immunsystem.
Auch wenn die Siamkatze mittlerweile sehr robust ist und sehr alt werden kann, leidet sie noch heute unter einigen Erbkrankheiten. Dazu zählen zum Beispiel Erkrankungen des Augenapparates wie das Schielen und Augenzittern, aber auch die progressive Retinaatrophie (Netzhausschwund).

Auch die sogenannte endokardiale Fibroelastose, eine Verdickung der inneren Herzwand, ist eine vererbbare Krankheit unter den Siamesen. Diese kann sogar bis zum Herzversagen führen.
Auch die persistierende Ductus arteriosus, einem ausbleibenden Verschluss der fetalen Kurzschlussverbindung zwischen Aorta und Lungengefäßstamm, macht der Siamkatze immer wieder zu schaffen.
Des Weiteren können Siamkatzen auch unter der erblichen Stoffwechselerkrankung Porphyrie leiden. Diese kann zu Anämie, Photosensibilität und anderen Krankheitsausprägungen führen.
Auch Stoffwechselstörungen, hereditäre Speicherkrankheiten und rassetypische Krebserkrankungen wie Mammatumore und Adenokarzinomen können bei der Siamkatze auftreten.

Lebenserwartung

Wie alt werden Siamkatzen?

Siamkatzen können vor allem für eine Rassekatze extrem alt werden. 18 bis 20 Jahre beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung. Und das ist noch nicht alles: Sie können in Einzelfällen sogar bis zu 25 Jahre alt werden. Siamkatzen haben also definitiv die höchste Lebenserwartung unter den Rassekatzen.

Wo kann man eine Siamkatze kaufen?

Siamkatzen sollte man, wenn möglich, bei einem seriösen Züchter kaufen, denn: Dann kann man sich sicher sein, dass die Elterntiere auf die gängigen Erbkrankheiten untersucht wurden. Den Stammbaum für den eigenen vierbeinigen Nachwuchs gibt es dann natürlich auch gleich dazu. Dein Kitten sollte bei der Abgabe außerdem geimpft, gechipt und entwurmt sein. Beim Kauf einer Siamkatze von einem seriösen Züchter sollte man mit mindestens 600,00 € rechnen


Laura GentileLaura Gentile ist Coach für Mensch&Tier und unterstützt als geprüfte Katzenverhaltensberaterin und Hundetrainerin Menschen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Ursprünglich hat die Halbitalienerin Medien und Kommunikationswissenschaften studiert. Durch ihre eigenen Haustiere kam sie dann zu ihrer Berufung. Katze Kiwi und Hündin Lychee unterstützen Laura auch in ihrem beruflichen Alltag. Pfötchentraining ist spezialisiert auf Problemfälle und unterstützt seit Jahren Menschen dabei, mit ihrem Haustier endlich einen entspannten Alltag zu führen.


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